Donnerstag, 16. Mai 2013

Ich möchte aber jetzt darüber diskutieren!

"Ich möchte aber jetzt darüber diskutieren." war die Antwort, die mir ein Kollege, dummdämlich grinsend auf meine Bitte gab, ob wir es vielleicht unterlassen können, jedes Mal beim Mittagessen über Sinn und Unsinn von vegetarischer und veganer Ernährung zu diskutieren.
Wobei, wäre mit ihm eine vernünftige Diskussion möglich, würde ich mich vielleicht sogar beim Essen darauf einlassen. 
Aber mein Kollege, nennen wir ihn mal Daniel, gehört zu jener unverbesserlichen Sorte Höhlenmensch, denen mit vernünftigen Argumenten nicht beizukommen ist.

Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass Daniel letztes Jahr eine Woche krank geschrieben war, weil er eines morgens aufwachte und einer seiner Zehen riesengroß geschwollen war und schmerzte.
Was er zuerst für eine äusserliche Verletzung hielt, die er sich aber nicht erklären konnte, stellte sich als sein erster Gichtanfall heraus.
Daniel ist 28 Jahre alt!
Ja, er ist wohl erblich vorbelastet und es gibt Erkrankungen in der Familie, aber Daniel isst ungefähr 7 mal pro Woche Fleisch, wobei wenn man mittags und abends getrennt rechnet sicher noch öfter und trinkt regelmäßig Alkohol bis zum Filmriß.

Man sollte glauben, dass solch eine Diagnose und ein Krankheitsausbruch dazu führen könnte, dass  jemand seine Trink- und Ernährungsgewohnheiten mal überdenkt.
Fehlanzeige!
Es gibt Tabletten, die er einnehmen kann, und nun kann er weiter Fleisch essen und Alkohol trinken.
Er gehört auch zu der Fraktion, die einem erzählen, dass sie ihr Fleisch nur vom Metzger des Vertrauens kaufen, während sie sich ein Stück Pizza Prosciutto beim Italiener um die Ecke zwischen die Zähne schieben.
Ja ne is klar! 

Nun waren ich gestern mal wieder mit Kollegen Mittagessen. Und prompt kam das Gespräch wieder auf´s Thema "ich kann nicht verstehen, warum man keine Eier essen sollte, bla bla bla..."
Die Fakten kennt er, die hab ich ihm schon oft genug sachlich dargelegt. Aber irgendwie scheint sein Fleischkonsum auf´s Hirn zu schlagen, denn die selbe Leier geht immer wieder von vorne los.
Und Argumentation ist ist wirklich verschwendete Spucke.

Als also meine Bitte, ob wir vielleicht einmal dieses Thema beim Essen bleiben lassen können kam, und seine pubertäre Antwort drauf kam, hatte ich ernsthaft Mühe ruhig zu bleiben.
Da bekam ich unerwartet Schützenhilfe von einem Kollegen mit dem ich das Büro teile. 
Er versuchte einfach elegant, penetrant das Thema zu wechseln was zum Glück auf gelang, da ich gleich darauf einsteigen konnte.

Meinem Naturell entsprechend brauten sich düstere Gedanken zusammen, wie ich meinen Kollegen Daniel quälen könnte um mich für diese ständigen Provokationen zu rächen.
Doch auf einmal kam mir eine bessere Idee.
Ich werde den Kollegen, der mir zur Seite stand, und zwei weitere Kollegen, die sehr entspannt und interessiert mit dem Thema vegane Ernährung umgehen, obwohl sie es sich für sich selbst nicht vorstellen können, vegan bekochen.

Ich habe sie die Mittagspause nächste Woche Dienstag eingeladen und werde in unserer Büroküche Thai-Curry für sie kochen.

Sie haben sich sehr über die Einladung gefreut und sind schon gespannt auf das Essen.

Daniel ist selbstverständlich nicht eingeladen. Das wäre Perlen vor die Säue geworfen. Zumal ich mir während des ganzen Essens wohl anhören dürfte, dass das Fleisch darin fehlt.
Kein Bedarf!

Und vielleicht, schaffe ich es diesmal sogar Fotos zu machen.

1 Kommentar:

  1. ich bin sehr gespannt, was die drei Kollegen zu Deinem Curry sagen! Wenn das nur halb so gut ist wie Dein Chili werden sie begeistert sein.
    Manche Schwachmaten glauben, ihre dümmliche Argumentation wird richtiger wenn sie sie nur oft genug wiederholen.
    Nicht provozieren lassen. Wir tun das Richtige.

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