Freitag, 6. Dezember 2013

Und weiter geht´s

Ich gebe es zu, ich wollte den Blog eigentlich sterben lassen.
Zu wenig Zeit.
Zu wenig Interessantes zu berichten.

Aber irgendwie hab ich ihn gerade mal wieder aufgerufen und es hat mich in den Fingern gejuckt zu schreiben.


Heute Abend steht die Betriebsweihnachtsfeier an.Todesmutig gab ich bei der Frage ob ich normales oder vegetarisches Essen möchte "Ich esse vegan!" als Antwort.

Oh je! Vegan?! 
Aber was geht denn da überhaupt und hin und her.
Ich habe alles in meiner Macht stehende getan.Ich habe dem Koch des Restaurants (das Restaurant führt die Frau meines Chefs) ein veganes Kochbuch bringen lassen (Moschinskis Vegan für alle), ich habe angeboten sämtliche Fragen zu beantworten. 
Aber die Resonanz war schwach.
Mir wurde dann irgendwann der Vorschlag "In Olivenöl gebratener Tofu mit Gemüse" unterbreitet.
Ich habe angenommen! Bin aber sehr skeptisch, was das nachher für ein Erlebnis sein wird.Herr im Himmel, lass sie diesen Tofu mariniert haben und nicht einen Klotz Naturtofu in Olivenöl (das wird doch gar nicht heiß genug) angebraten haben.

Ich erwarte das schlimmste und freue mich über alles.

Oh und am allermeisten freue ich mich auf die zugehörigen Tischdiskussionen.Ich werde berichten was mir widerfuhr.
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Donnerstag, 16. Mai 2013

Ich möchte aber jetzt darüber diskutieren!

"Ich möchte aber jetzt darüber diskutieren." war die Antwort, die mir ein Kollege, dummdämlich grinsend auf meine Bitte gab, ob wir es vielleicht unterlassen können, jedes Mal beim Mittagessen über Sinn und Unsinn von vegetarischer und veganer Ernährung zu diskutieren.
Wobei, wäre mit ihm eine vernünftige Diskussion möglich, würde ich mich vielleicht sogar beim Essen darauf einlassen. 
Aber mein Kollege, nennen wir ihn mal Daniel, gehört zu jener unverbesserlichen Sorte Höhlenmensch, denen mit vernünftigen Argumenten nicht beizukommen ist.

Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass Daniel letztes Jahr eine Woche krank geschrieben war, weil er eines morgens aufwachte und einer seiner Zehen riesengroß geschwollen war und schmerzte.
Was er zuerst für eine äusserliche Verletzung hielt, die er sich aber nicht erklären konnte, stellte sich als sein erster Gichtanfall heraus.
Daniel ist 28 Jahre alt!
Ja, er ist wohl erblich vorbelastet und es gibt Erkrankungen in der Familie, aber Daniel isst ungefähr 7 mal pro Woche Fleisch, wobei wenn man mittags und abends getrennt rechnet sicher noch öfter und trinkt regelmäßig Alkohol bis zum Filmriß.

Man sollte glauben, dass solch eine Diagnose und ein Krankheitsausbruch dazu führen könnte, dass  jemand seine Trink- und Ernährungsgewohnheiten mal überdenkt.
Fehlanzeige!
Es gibt Tabletten, die er einnehmen kann, und nun kann er weiter Fleisch essen und Alkohol trinken.
Er gehört auch zu der Fraktion, die einem erzählen, dass sie ihr Fleisch nur vom Metzger des Vertrauens kaufen, während sie sich ein Stück Pizza Prosciutto beim Italiener um die Ecke zwischen die Zähne schieben.
Ja ne is klar! 

Nun waren ich gestern mal wieder mit Kollegen Mittagessen. Und prompt kam das Gespräch wieder auf´s Thema "ich kann nicht verstehen, warum man keine Eier essen sollte, bla bla bla..."
Die Fakten kennt er, die hab ich ihm schon oft genug sachlich dargelegt. Aber irgendwie scheint sein Fleischkonsum auf´s Hirn zu schlagen, denn die selbe Leier geht immer wieder von vorne los.
Und Argumentation ist ist wirklich verschwendete Spucke.

Als also meine Bitte, ob wir vielleicht einmal dieses Thema beim Essen bleiben lassen können kam, und seine pubertäre Antwort drauf kam, hatte ich ernsthaft Mühe ruhig zu bleiben.
Da bekam ich unerwartet Schützenhilfe von einem Kollegen mit dem ich das Büro teile. 
Er versuchte einfach elegant, penetrant das Thema zu wechseln was zum Glück auf gelang, da ich gleich darauf einsteigen konnte.

Meinem Naturell entsprechend brauten sich düstere Gedanken zusammen, wie ich meinen Kollegen Daniel quälen könnte um mich für diese ständigen Provokationen zu rächen.
Doch auf einmal kam mir eine bessere Idee.
Ich werde den Kollegen, der mir zur Seite stand, und zwei weitere Kollegen, die sehr entspannt und interessiert mit dem Thema vegane Ernährung umgehen, obwohl sie es sich für sich selbst nicht vorstellen können, vegan bekochen.

Ich habe sie die Mittagspause nächste Woche Dienstag eingeladen und werde in unserer Büroküche Thai-Curry für sie kochen.

Sie haben sich sehr über die Einladung gefreut und sind schon gespannt auf das Essen.

Daniel ist selbstverständlich nicht eingeladen. Das wäre Perlen vor die Säue geworfen. Zumal ich mir während des ganzen Essens wohl anhören dürfte, dass das Fleisch darin fehlt.
Kein Bedarf!

Und vielleicht, schaffe ich es diesmal sogar Fotos zu machen.

Freitag, 3. Mai 2013

Menschen kommen, Menschen gehen!

Lange war es ruhig hier im vegantropologischen Blog.
Das hat einen unerfreulichen Grund.

Denn um es in einfache Worte zu fassen: eine gute Freundschaft ist auf Grund der Änderung meiner neuen Lebensweise zerbrochen.

Normalerweise würde ich sagen, dass sind private Dinge, die eigentlich keinen was angehen, aber genau um solche Begegnungen geht es bei diesem Blog, darum möchte ich ein klein wenig darüber erzählen.

Begonnen hat das Drama mit dem Hinweis dieser Person, wie glücklich ich mich doch schätzen könne, dass mein Freund toleriere, dass ich vegan lebe. Für diese Person sei es unvorstellbar mit einer veganen Person zusammen zu leben, da sie dies als ständigen Vorwuf erleben würde und so nicht glücklich leben könne.

Um diese Aussage drehte sich im Prinzip der ganze Konflikt:

Veganer sind ein wandelnder Vorwurf  für alle Menschen, die nicht vegan leben.

Wow!

Also es gibt offensichtlich Menschen, die meine Nähe nach dem Wandel zur Veganerin nur schwer aushalten können, weil sie mir einerseits unterstellen, ich würde es verabscheuen, wenn Menschen in meiner Gegenwart Fleisch essen und ihr eigenes schlechtes Gewissen nicht aushalten, weil sie ganz genau wissen unter welchen Bedingungen ihr Essen auf den Teller gelangt.

Muss man sich als Veganer wirklich rechtfertigen, weil man das richtige tut?
Ich sage NEIN!

Was um alles in der Welt geht mich also das Gewissen der anderen an. Ich handle nach meinem Gewissen und das ist für mich der einzig richtige Weg.
Alle die ein Problem damit haben, sollten mal ganz lang darüber nachdenken, warum sie ihren Frust und ihre Wut auf Veganer projizieren.

So, die Freundschaft ist entrümpelt, wenn sie denn je eine war.
Menschliche Beziehungen brauchen manchmal Prüfsteine. Und dies war so einer.
Was will ich mit einer vermeindlichen Freundin, die erwartet, dass ich mich in meinem Leben nicht weiter entwickele nur damit sie sich in meiner Gegenwart wohl fühlen kann.

Manchmal muss man Prioritäten setzen und auch wenn es hart und herzlos klingen mag, es fiel mir nicht sehr schwer hier die Priorität zu setzen und mich zu entscheiden.

Dienstag, 19. März 2013

Chili sin Carne auf Basis roter Linsen

Heute gibt es mal wieder ein Rezept.
Fotos gibt es vielleicht am Wochenende, sollte dieses köstliche Chili es mal wieder auf den Speiseplan schaffen.

Die Menge ist für zwei bis drei Portionen ausgelegt, je nach Esser.

CHILI SIN CARNE AUF BASIS ROTER LINSEN

200 g rote (!) Linsen
1 Dose schwarze kleine Bohnen in Chilisoße (die sollten aus der Dose sein, weil die Soße in der sie eingelegt sind zum Geschmack beiträgt, gestest wurden Fuego und "la Doria")
1 Dose geschälte und gewürfelte Tomaten
1 kleine Dose Mais
1 kleine Zwiebel
1 Karotte
1 Stück Sellerie (wer ihn mag, sollte die Größe der Karotte in etwa haben)
1 Chili-Schote (je nach Geschmack und gewünschtem Schärfegrad)
1 Knoblauchzehe
Kreuzkümmel
Zimt
Kakaopulver (kein Kaba oder sonstiges gesüsstes Zeug)
Gemüsebrühe
Olivenöl
Rotwein (optional, geht auch gut nur mit Brühe)

Vorbereitung:
Zwiebel klein würfeln.

Karotte klein würfeln, Sellerie klein würfeln (darf ein bisschen größer sein als die Karotte, weil er schneller weich wird), Knoblauch fein hacken, Chilischote klein schneiden, Dosen alle öffnen und schön hinstellen.
Brühe aufsetzen. Ich mache meist 0,5 - 0,75 Liter.
Die Linsen mit kalten Wasser abbrausen und bereitstellen.

Wenn alles schön vorbereitet ist, teste ich meist einen Schluck von dem Rotwein, ob der zum Kochen überhaupt taugt.

1-2 EL Ölivenöl in einen Topf (oder eine sehr große Pfanne mit hohem Rand) geben und darin die Zwiebeln, Karotten und den Sellerie anschwitzen bis sich schöne Röstaromen gebildet haben.
Den Knoblauch dazu geben.
Die Dose mit den Tomaten reingeben.
Die Bohnen dazu geben.
Den Mais dazu geben.
Die Linsen dazu geben.
Die kleingeschnittene Chilischote dazu geben.
Mit der Brühe ordentlich auffüllen (ich kippe meist 2/3 der Flüssigkeit rein).
Das darf ruhig ordentlich schwimmen, die Linsen müssen ja noch jede Menge Flüssigkeit aufnehmen.
Dann darf ca. ein halber Teelöffel Kreuzkümmel dazu. Vorsicht! Mag nicht jeder, lieber erst mal weniger nehmen, falls man kein Kreuzkümmel-Fan ist.
Nun fügen wir einen Hauch Zimt hinzu.
1-2 Esslöffel Kakaopulver dazu geben.
Während der Zeit blubbert das alles schön vor sich hin auf kleiner bis mittlerer Stufe.

Spätestens jetzt, wenn alle Zutaten drin sin, wird es Zeit für einen weiteren Schluck Rotwein, denn nun brauchen wir ein wenig Geduld.

Je nach den Linsen, wird das Gericht nun ca. 30 bis 45 Minuten brauchen. Die Linsen dürfen richtig schön zerfallen, die brauchen nicht mehr fest zu sein.

Während dieser Zeit solltet ihr immer wieder mal einen Blick auf´s Chili werfen und ggf. Flüssigkeit nachfüllen (Brühe oder Rotwein), falls verkocht. Es sollte erst gegen Ende der Kochzeit richtig dickflüssig werden, sonst haben die Linsen zu wenig Flüssigkeit zum quellen.
ACHTUNG: wie bei meiner Bolognese versuche ich hier in der ersten Hälfte der Kochzeit das Abschmecken zu vermeiden, da sich ganz viel Geschmack erst gegen Ende der Kochzeit richtig gut entfaltet.
Hier fange ich also an, wenn ich sehe, daß die Linsen langsam zerfallen, abzuschmecken.
Salz braucht es eigentlich nie, manchmal geb ich schon Schärfe dazu in Form von Chilis, Chili-Flocken, Tabasco oder Jalapeno-Red Pepper Sauce.

Ihr könnt hier sehr viel variieren und ausprobieren. Solange das Grundrezept einigermaßen steht, könnt ihr nicht viel falsch machen.

Ihr könnt das Gemüse auch mit dem Rotwein ablöschen oder mit Brühe. Da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.
Ich hatte auch schon Kartoffelstücke mitgekocht. Sehr lecker.


Wenn das Chili dann euren Vorstellungen entspricht, könnt ihr es entweder in Tortilla-Fladen geben (früher wurden die bei uns dann mit Käse überbacken, hier könnte ich mal Hefeschmelz testen), aus der Schüssel mit einem Stück Brot essen.
Bei uns wurde früher noch ein Kleks Créme Fraiche drauf gegeben um die Schärfe zu mildern. Hier fehlt mir noch ein veganer Ersatz.


Viel Spaß beim Nachkochen.

Mittwoch, 13. März 2013

Wo ist die Quest geblieben?

Ja, das ist mal eine gute Frage!
Wo ist die Quest geblieben? Die Ziele?

Eigentlich ist die Quest vom zeitlichen Rahmen noch gar nicht vorbei. Heute ist glaub Tag 28.

Aber ich beende an diese Stelle das Experiment. Aus dem ganz einfachen Grund: was ich erfahren wollte habe ich erfahren. Nämlich was nicht geklappt hat und was funktioniert hat.

33 Tage ohne 

- Fleisch
- Milch/Milchprodukte
- Ei
- Honig
- Industriezucker - Teilerfolg, ich habe mit Rohrohrzucker gebacken und Industriezucker weitestgehend gemieden

33 Tage mit weniger

- Weißmehl/Weißmehlprodukte (ist eine Vollkornvariante ohne Weizen verfügbar, bekommt diese immer den Vorzug) 

FAIL! Ich konnte meinen leckeren Bioland-Bäcker-Brezeln nicht wiederstehen. Wenn es Vollkorn gab, nahm ich Vollkorn, aber wenn es keine gab, nahm ich statt eines anderen Vollkornproduktes die normale Brezel! Auch bei Nudeln wurde ich schwach. Spaghetti! Ein Laster braucht der Mensch!
 

33 Tage mit mehr

- Sport (Minimum 3 mal pro Woche 1 Stunde zusätzlich zu den fünf Tibetern jeden Morgen) 


Teilerfolg. Ja, definitiv 3 mal und öfter pro Woche Sport getrieben, aber bei den fünf Tibetern hab ich manchmal schleifen lassen, wenn meine morgendliche Aufstehroutine durcheinander geraten war. Mal überdenken, ob das was für eine Abendroutine wäre.

FAZIT: 

Der Verzicht auf Milch/Eier/Honig fiel wesentlich leichter als gedacht und ging nach anfänglicher Planungsblockade schnell in Fleisch und Blut über (ha ha!). 
Ja, manchmal hätte ich Lust auf Käse! Aber ich überlebe es bestens ohne. 
Eier fehlen mir seltsamerweise gar nicht und Honig wird bestens durch Agavendicksaft ersetzt.
Milch als Getränk oder für Müsli und Co. wird durch Mandelmilch, Hafermilch, Soja-Vanille oder Soja-Schokomilch ersetzt.
Auch hier hätte ich geglaub, daß der Verzicht schwerer fällt.

Weizen/Weißmehl. Vor einem halben Jahr schwebte das Damoklesschwert einer vermuteten Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) über mir.
Als ich dann das erlösende Ergebnis bekam, daß sich diese Vermutung nicht bestätigt hatte, war ich der glücklichste Mensch der Welt, weil ich all diese tollen Weizenprodukte essen darf!
Vielleicht fällt es mir deshalb so schwer hier zu verzichten.
Ich hatte mich schon mit dem Gedanken abgefunden mein Leben lang keine Brezel und keine normalen Nudeln mehr zu essen. Und das war viel schlimmer als der Verzicht auf Tierisches.

Und was leite ich für mich daraus ab?

Ich werde versuchen meine Ernährung weiterhin weitestgehend vegan zu gestalten. Ich möchte mir selbst aber die Hintertür offen lassen, mir Ausnahmen zu genehmigen, wenn es der Job oder ein Familienfest mit sich bringt.
Ob ich diese Hintertürchen dann auch nutze, weiß ich noch nicht.

Zur Belohnung habe ich mir dann gestern noch ein veganes Kochbuch bestellt.

Vegan lecker lecker: raffinierte Köstlichkeiten der veganen Cuisine

Somit muß ich sagen, auch wenn nur ein kleiner Teil erfüllt wurde, war dies doch für mich der wichtigste Teil und der, der mir wirklich am Herzen lag.
Somit bin ich sehr glücklich über das kleine Experiment und dessen Ausgang.


 
 

Donnerstag, 7. März 2013

Meine lieben Kollegen

Dies ist ja ein vegantropologischer Blog.
Bisher habe ich aber der antropologischen Sicht des veganen Themas noch relativ wenig Zeit gewidmet.

Nun möchte ich mal in lockerem Plauderton davon berichten, wie mein direktes Umfeld bisher auf meine veganen Bestrebungen reagiert hat.

An erster Stelle mein Lieblingsmensch, der all meine Experimente und Veränderungen erträgt und sogar fast immer bereit ist meine neu kreiierten Gerichte zu kosten.
Und der mir auch immer ehrliches Feedback von "lecker" (meine Spaghetti Smokey mit Räuchertofu und Hafersahne) bis "ungenießbar" (meine mißglückten Schokomuffins) gibt.
Er läßt mich schalten und walten, versuchen und ausprobieren, solange seine Nahrung, die doch einiges an fleischigen Bestandteilen enthält mit meinem Tofu im Kühlschrank koexistieren darf. Und so liegt bei uns die Salami neben dem Räuchertofu. Die Vanille-Soja-Milch steht neben der Kuhmilch. Der vegetarische Brotaufstrich neben dem Frischkäse. Die Alsan steht auf der Butter.

Die nächste Menschengruppe, mit der ich mich am meisten in Kontakt befinde sind meine Kollegen.

Die Jungs 
Mein erstes "Coming-Out" hatte ich bei einem auswärtigen Mittgessen mit meinem Schreibtischnachbar und meinem ehemaligen Schreibtischnachbarn.
Beide haben erstaunlich lässig und interessiert reagiert. Es kam ein gutes Gespräch zu dem Thema vegetarisch/vegane Ernährung zustande.
Und der Austausch hält auch bis heute an. Als mir gestern nach der Mittagspause ein Ü-Ei angeboten wurde, das ich dankend ablehnte, fiel dem Kollegen auch gleich ein "ach stimmt, da ist ja Milch drin. Da denkt man gar nicht dran, wo überall tierisches drin ist." Aber ohne jegliche Abwertung oder sonstiges.
Das ist umso erstaunlicher wenn man den sonstigen Umgangston kennt, der in unseren Büros herrscht.
Ich nenne es mal einen "augenzwinkernden Baustellen-Ghetto-Slang". 
Vielleicht kann ich irgendann mal einen heimlichen Ton-Mitschnitt machen, wenn wir am Tischkicker sind. Kein Mensch, der das je gehört hat, würde glauben, daß es sich um erwachsene, zivilisierte Menschen handelt. 

Die Mädels
Dann gibt es noch eine Gruppe von Kolleginnen (drei an der Zahl) mit denen ich häufiger mal die Mittagspause verbringe. Eine ist Vegetarierin, eine Pescetarierin und eine ißt alles.
Interessanterweise haben die Damen wesentlich skeptischer reagiert als meine männlichen Kollegen. Da kamen auch weniger Fragen nach den Gründen oder dem ethischen Aspekt, sondern da ging es eher in das klassisch, mitleidige "Was isst du dann überhaupt noch? Was legst du dir auf dein Brot?"
Auch nach einer langen Aufzählung von Speisalternativen, blieb die Skepsis bei der Omnivorin und der Pescetarierin deutlich spürbar.
Lediglich mit meiner vegetarischen Kollegin konnte ich mich noch wunderbar über verschiedene Tofu-Geschichten, Quinoa und Amaranth, Soja-Milch und weiteres austauschen.

Eine weitere Kollegin, der ich beim gemeinsamen Mittagessen davon berichtete, weshalb ich neulich ihre selbstgebackenen Muffins verschmäht habe, reagierte interessiert und es entwickelte sich ein guten Gespräch über alle möglichen Ernährungsformen. 

Spannend!

Hätte ich vorher raten müssen, hätte ich mit genau umgekehrten Verhalten gerechnet.
Die Jungs haben ein aufrichtigeres Interesse. Man merkt, dass sie über diese Themen nachdenken, denn es kommen immer wieder fragen á la "aber wenn jetzt dein Nachbar Hühner hätte, denen es blendend geht und wo keines leiden muß, würdest du dann.... ".

Ich finde das besonders spannend, da mich diese Fragen ja auch immer wieder dazu bringen mich selbst zu hinterfragen und meine Grenzen zu eruieren.

Wobei dies ja nur eine kleine Auswahl an Testkandidaten war, die noch kein repräsentatives, allgemeingültiges Fazit zulassen.

 Die Reaktion der Mädels hat mir ein wenig Aufschwung gegeben um mir wieder mehr Mühe bei der Vorbereitung meines Mittagessens zu geben. Ich will schließlich zeigen, dass vegan lecker und hübsch sein kann!

Aussderdem möchte ich mit euch noch etwas teilen. Einen von mir sehr geschätzten Künstler: Hagen Rether  
Grandios! Ich durfte ihn schon zweimal live sehen.
Er findet mal wieder wunderbare Worte für die seltsame Welt in der wir leben, hinterlegt mit zarter Klaviermusik.


Viel spaß und frohes Nachdenken!




Mittwoch, 6. März 2013

6 Richtige

Falls du, lieber Leser, auf Teil II der wunderbaren Welt des Tees wartest, muß ich dich leider noch vertrösten. 

Aber ich habe etwas viel spannenderes zu berichten: ich habe einen 6er im Lotto!

Jawoll! 

Aber nicht in der letzten Samstagsziehung sondern bereits vor 33 Jahren.
Und weil heute so schönes Wetter ist und ich in Frühlingsstimmung bin, teile ich meine Glückszahlen mit dir:

1979 - das ist mein Geburtsjahr! Wäre ich 50 Jahre früher auf die Welt gekommen, hätte mir der zweite Weltkrieg noch bevor gestanden. Was in 50 Jahren sein wird, weiß noch keiner. So hatte ich das riesige Glück zu einer Zeit, an einem Ort das Licht der Welt erblickt zu haben, wo ich seit 33 Jahren in Freiheit und Frieden aufwachsen und leben durfte.

1686300 - das ist (hochgerechnet) die Literzahl von Wasser, die ich im Laufe meines Lebens bisher verbraucht habe. Frisches sauberes Trinkwasser, das ich einem solchen Überfluß habe, daß ich damit sogar Waschen und Putzen kann. Ich kann Pflanzen damit gießen, meine Katzen tränken oder darin schwimmen. Ich muß mir keine Sorgen machen, daß Parasiten oder Keime in meinem Wasser sind, ich muß keine Kilometerlangen Märsche auf mich nehmen um an Wasser zu kommen, ich muß keinen Krieg für Wasser führen. Ich muß nur den Wasserhahn aufdrehen!

1893 - Das Gründungsjahr meines Lieblings-Fußballvereins, dem VfB Stuttgart .
Warum ist das eine Glückszahl? Ich habe einen Lieblings-Fußballverein, dessen Spiele ich verfolgen kann. An einem Fernseher. Der Strom braucht. Welcher mir ständig zur Verfügung steht. Ich habe 24 Stunden am Tag Elektrizität, die mir das Leben erleichtert. Oder ich fahre zu einem Spiel ins Fußball-Stadion. Meist mit der Bahn. Weil es in meinem Land ein gut ausgebautes Schienennetz (und auch Strassen) gibt, die es mir ermöglichen andere Orte zu besuchen.
Einmal mehr: Freiheit.

62,5 - Circa. Das ist mein Körpergewicht. Was für mich bedeutet, daß ich mein Leben lang genug zu Essen hatte. Ich mußte keinen einzigen Tag meines Lebens hunger leiden. Mußte nicht um Essen betteln, mußte kein verdorbenes Essen zu mir nehmen. Ich muß nur den Kühlschrank aufmachen oder in den nächsten Laden gehen und mir etwas kaufen. Manchmal kann ich mich gar nicht entscheiden, was ich essen soll, weil es soviel davon gibt.

104 - Das ist die Quadratmeterzahl meiner Mietwohnung, die ich gemeinsam mit meinem Freund und meinen beiden Katzen bewohne. Und diese Zahl steht für das Dach über meinem Kopf. Jede Nacht meines Lebens hatte ich ein Zimmer, ein Bett, einen sicheren Ort, an dem ich friedliche schlafen konnte. Ich mußte noch nie um mein Leben fürchten, war nie auf der Flucht. Ich hatte mein Leben lang Frieden an dem Ort an dem ich lebe.

Und die letzte Zahl, ist eigentlich die Zusatzzahl, das i-Tüpfelchen, das Sahnehäubchen in meinem Leben:

1037 - Seit 1037 Tagen habe ich einen wundervollen Menschen an meiner Seite mit dem ich durch´s Leben gehe. Mit dem ich alles teilen kann, bei dem ich sein kann wie ich bin, und der mich rundum glücklich macht.

Ganz ehrlich, wer braucht da noch einen Lottogewinn. Ok, den würde ich auch nehmen, keine Frage, aber ich versuche mir stets bewußt zu sein, daß das Leben, dass ich führe bereits ein Lottogewinn ist.

Habt ihr auch solche Glückszahlen?
 

Freitag, 1. März 2013

Die wunderbare Welt der Tees Teil 1

Bevor ich mich ins wohlverdiente Wochenende verabschiede, möchte ich euch von meinen Ausflügen, in die Welt des grünen Tees berichten.

Auf die Frage ob ich Kaffee- oder Teetrinker bin hätte ich bis vor kurzem nicht eindeutig beantworten können.
Aber die letzten Wochen hat es mich immer mehr zum Tee gezogen.
Sicher auch damit einhergehend, daß in meinem Büro von einem ganz passablen, kleinen DeLonghi Vollautomaten, bei dem man kostenlos Kaffee beziehen konnte, auf einen D**mayer Großautomaten umgestellt wurde.
Dieser will nicht nur 20 Cent von mir sondern setzt mir für dieses Geld auch eine unerträgliche Plörre vor.

Interessanterweise werden von den Kollegen auch nur die Sorten getrunken und für gut befunden, die mit "Milchschaum" sind.
Milchschaum in Anführungszeichen, weil dieses weiße Gebilde über oder unter dem Kaffe mit Milch ungefähr soviel zu tun hat wie ein Zitronenfalter mit Zitronen.

Inhaltsstoffe gewünscht?

Magermilchpulver, Glukosesirup, gehärtetes Pflanzenfett, Laktose, Milcheiweiß, Stabilisator: E 340, Trennmittel: E 341, Emulgatoren: E 471, E 472e; Farbstoff: Beta-Carotin.

Liebe Kollegen, das ist eure Milch!

Auch wenn diese Blog ja vegan angehaucht und interessiert ist und es mir somit ja recht sein könnte, wenn die Kollegen keine Milch bekommen, aber es wäre mir dann doch lieber, wenn es echte Milch ist, statt diesem gepanschten Zeug.

Aber ich schweife ab.

Ich höre abends, wenn ich es rechtzeitig aus dem Büro schaffe gerne SWR2 Forum und dort begegnete mir das Thema Tee auch und ich erfuhr einige spannende Fakten.
Eine Tasse Harmonie - Sendung zum nachhören 

So hatte ich bis dato immer versucht mir mein kleines Teesieb immer möglichst vollzustopfen um möglischst viel von der Wirkung des Tees in die Tasse zu bekommen. Getreu dem Motto "Viel hilft viel!".

In dieser Sendung erfuhr ich, daß Tee sich entfalten muß und Platz braucht.

Und Tatsache, gerade bei grünem Tee rollen sich wunderbar die Blätter auf und schweben durch das Glas oder die Tasse wenn man ihnen den Platz lässt.

Ich erfuhr aber auch, daß dieser Hype um die 80° Celsius des Wassers, auf die viele bei grünem Tee soviel wert legen, von anderen Tee-Experten als nicht wirklich wichtig erachtet werden.

Inspiriert von alldem leistete ich mir dann mein Tea in One Glas für´s Büro und bestellte mir gleich noch zwei Sorten Tee dazu.
Einen Grüntee und einen Jasmintee.

Die Rezensionen, dieser Sorten und der von meinem Kollegen erworbenen Gyokuro Uji Finest bei dem 50g Tee sage und schreibe 28,50 Euro kosten, erfahren Sie in Teil 2 der wunderbaren Welt des Tees.

Abschließend noch ein veganer Mittagessen-Bericht: ich hatte in einer Pizzeria sehr leckere Spaghetti mit Tomatensoße, Kapern und Oliven. 100% vegan, 100% lecker!



Montag, 25. Februar 2013

Zu gierig für Fotos

Liebe Lesende,

ich schäme mich wirklich zu tiefst.
Da gelingt mir oft mal das ein oder andere kulinarische Schmankerl, aber sobald es dann auf dem Teller platziert ist, siegen Hunger und Gier und der Weg zum Fotoapparat scheint zu weit um meine Meisterwerke Werke für die Nachwelt festzuhalten.

So ging es mir prompt am Samstag, als ich ein selbst kreiertes Rezept in die Tat umsetzte, es phantastisch schmeckte und ich schlichtweg vergaß ein Foto zu machen.

ABER: da ich die Zutaten noch da habe und diese nur noch begrenzte Haltbarkeit haben, wird es heute mittag nochmal das gleiche geben!

Ich stelle also schon mal das Rezept ein und verspreche hoch und heilig, heute Mittag ein Foto nachzuliefern.


Oh je, ich habe noch nie ein Rezept geschrieben, ich bin ein bisschen nervös.

Spaghetti mit Kräuterseitlingen in herzhafter (Hafer-)Sahnesoße

Zutaten für 2 Portionen:

350 g    Spaghetti (alternativ entsprechende Menge Zucchini-Spaghetti)

30 g      Räuchertofu
1            Zwiebel
3            Kräuterseitlinge
100 ml  Hafersahne
Cognac
Salz und Pfeffer

Den Räuchertofu und die Zwiebel fein würfeln. Die Kräuterseitlinge vierteln und in kleine, mundgerechte Stücke schneiden.
Die Spaghetti nach Packungsanleitung kochen.
Eine Pfanne erhitzen und den Räuchertofu und die Zwiebel in ca. einem Esslöffel Olivenöl anbraten, bis die Zwiebeln glasig werden.
Die Seitlinge zugeben und kurz anbraten lassen.
Den Tofu , die Zwiebel und die Seitlinge mit einen ordentlichen Schluck Cognac ablöschen und ganz kurz köcheln. 
Die Pfanne vom Herd nehmen und die Hafersahne dazugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die abgeseihten Spaghetti in die Pfanne zur Soße geben und alles gut durchmischen.

Anrichten und geniessen!

Zu den Seitlingen kam ich übrigens wie die Jungfrau zum Kinde.
Beim Wochenendeinkauf, gab es beim Gemüse eine Kiste mit preisreduzierten Artikeln.
Da waren unter anderem Schneepilze und Kräuterseitlinge dabei.
Bei den Schneepilzen war ich irgendwie skeptisch.
Die Seitlinge sprachen mich aber mit ihrer netten, bauchigen Form an und so durften sie, reduziert auf gerade mal 75 Cents für 3 schöne, große Pilze mit zu mir nach hause.

Und ich bin schwer begeistert. Völlig anders, als andere Pilze, die ich bisher kannte, haben sie einen feinen, fast zitrusartigen Geschmack, der perfekt mit der Sahnesoße harmonierte.

Auch die Hafersahne, die bei dieser Gelegenheit das erste mal zum Einsatz kam überzeugte. Der Mann an meiner Seite, meinte nach dem Probieren des Gerichts, wenn ich nichts gesagt hätte, hätte er es für eine normale Cognac-Sahne-Soße gehalten. 


Hier sind sie! Die Fotos:

 

Donnerstag, 21. Februar 2013

Meine erste PA

Seit einer Woche ernähre ich mich nun vegan und erfreue mich bester Gesundheit.
Es wird von Tag zu Tag einfacher, tierische Produkte wegzulassen.

Als sich heute morgen im Kühlschrank kein mittagspausentaugliches Essen für´s Büro fand, machte ich einen Abstecher zu meinem Lieblingsbäcker (Bioland).
Dort wechselten eine "Knusper-Vollkorn-Haselnuss-Seele" und eine Vollkorn-Brezel den Besitzer und durften mit mir ins Büro reisen.

Und meine kühnsten Erwartungen wurden übertroffen! Normalerweise kaufe ich dort gern, die sauerteigbasierten Brötchen oder Vollkornbrote, aber für die Vollkornbrezel würde ich künftig sogar die normale Laugenbrezel liegen lassen (sorry Laugenbrezel).

Heute mittag kam mir dann mal die grandiose Idee eine PA (Produktanfrage) an die Bäckerei zu schicken, welche Brote eigentlich vegan sind und welche nicht.

Und nach sage und schreibe 32 Minuten hatte ich schon Antwort im virtuellen Briefkasten:

Sehr geehrte Frau Lisbeth,
vorab, vielen Dank für Ihre freundliche Nachricht und dem positiven Feedback über
unsere Backwaren.
Unsere Brote & Kleinbrote enthalten alle, außer das Quarkbrot, keinerlei tierische
Produkte. Sie können diese also bedenkenlos genießen.
Bei den Süßwaren, Plunder, Dauergebäck, Kuchen und Zöpfe haben wir momentan
leider nichts veganes im Sortiment.
Liebe Bäckersgrüße aus Musterstadt,

i.A. MelanieMustermann 

Sehr schön! :-)

Mittwoch, 20. Februar 2013

Feintuning

Heute gibt es mal wieder ein Bild, passend in grün zum restlichen Blog:


Diese lecker Erbens-Mandelcremesuppe mit Walnuß-Risotto gab es am Wochenende.
Sie mußte zwar noch nachgewürzt werden, da der Herr Hiltmann in seinen Rezepten zwar ein ganz süßer, aber nicht unbedingt der würzigste ist, war sonst aber sehr lecker.

Vorgestern durfte der Spiralschneider von Lurch bei mir einziehen und hat mir noch am gleichen Abend phantastische Zucchini-Spaghetti beschert.
Ein geniales Gerät.

Leider vergessen Fotos zu machen, das war zu lecker und zu schnell weg.
So langsam aber sicher kommen vegane Gerichte zum Vorschein, die den Verzicht auf Milch und Ei nicht allzuschwer fallen lassen.

Montag, 18. Februar 2013

Das Dorf mit veganer Tradition

Auch wenn die Fasnet hier gerade vorbei ist, gibt sie mir doch Anlaß nach veganen Wurzeln im Umfeld meiner Heimatgemeinde zu suchen und so bin ich quasi automatisch über einen veganen Gefährten gestolpert, der mich seit meiner frühesten Kindheit begleitet hat.

Der Heufresser:

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Vogt (Gemeinde)

Der Heufresser gehört zur Narrenzunft meines Heimatdorfes und ist zu erkennen am Heu welches er sich permanent in den hölzernen Schlund stopft und am "Heu-her", einer Art archaischem Kommunikationsritual, mit welchem der Heufresser sowohl Kontakt zu seinesgleichen, als auch zu Artfremden herstellt.
 
Die lautstarke, immer wiederkehrende Aufforderung, Heu herbeizuschaffen, läßt auf großen Hunger schließen unter welchem dieser freundliche, pflanzenfressende Zeitgenosse leidet.

Nun mag manch einer Glauben, daß es sich hierbei nur um eine schwäbische Narretei handelt, ich jedoch bin mir sicher, daß es sich beim gemeinen Heufresser um den wahren schwäbischen Veganer handelt.
Schließlich verteilt dieser Kollege, in der Regel zuckerhaltiges Naschwerk, bei dem nicht auszuschließen ist, daß sich darin tierische Bestandteile finden.
Wäre er kein Veganer, könnte er diese doch selbst verzehren um seinen Hunger zu stillen.
Doch er zieht es offensichtlich vor, das auf sonnigen schwäbischen Wiesen geerntete und getrocknete Gras zu verspeisen!

Begleitet wird der Heufresser von den Höfner Kühen.

Quelle: http://www.nz-vogter-heufresser.de/html/hofener_kuh.html

Höfner Kühe erlauben uns einen Blick in die Nahe Zukunft, wie sich Kühe entwickeln werden, wenn wir nicht aufhören, sie schlecht zu behandeln.
Die Höfner Kuh hat sich auf zwei Beine erhoben und stürzt mit laut klappendem Maul und irrem Blick immer wieder auf wehrlose Passanten zu um sie in letzter Sekunde zu verschonen und mit dem Schrecken davon kommen zu lassen. Doch wer weiß wie lange es dauert bis die es die Höfner Kühe nicht mehr bei der Verwarnung belassen sondern anfangen zurückzuschlagen! 

So sieht man, wie sich solche Themen wie vegetarische und vegane Ernährung selbst in ländlichen Regionen ihre Wurzeln haben, man muß nur mal hinschauen.

Ich wünsche allen Lesern einen guten Start in die Woche und schließe mich dem Rufen nach pflanzlicher Nahrung an mit einem kräftigen 

"HEU- HER!"

 

 

 

Samstag, 16. Februar 2013

2. Tag vegan - die Firmenfeier

Und wieder bleiben spektakuläre und spannende Berichte aus.

Den Tag habe ich mit klassischen Bananen-Apfel-Joghurt-Frühstück und einer doppelten Portion Sandwich zu Mittag gut überstanden.

Gegen 19 Uhr war es dann endlich soweit und da Buffet für die Firmenfeier war fertig aufgebaut.
5 von diesen Gastro-Warmhaltebehälter standen hübsch, glänzend aufgereiht.
Ob da wohl irgendwo Gemüse drin ist? Ob es hoffentlich noch nicht in einer Soße deren Inhalt ungewiss ist ertränkt wurde!
Doch ich wurde enttäuscht. 4 Tröge Fleisch. Ein carnivores Fingerfood-Paradies.
Aber immerhin in einem Behältnis, waren Ofenkartoffeln. Zum Glück einzeln verpackt, ohne Butter oder sonst was dran.
Am Salatbuffet standen Kartoffelsalat (natürlich schwäbisch mit Fleischbrühe angemacht), Karottensalat in einem Dressing, das auf die Verwendung von Milchprodukten schliessen ließ, und gemischter Salat mit Essig-Öl-Dressing.

Somit landete auf meinem Teller:
Eine Ofenkartoffel, Salat, ein Brötchen.
Joa, das war jetzt nicht so toll und vor allem sehr kohlenhydratlastig, aber nach einem 10 stündigen Tag im Büro hatte ich einfach hunger, so daß ich mich sogar über die trockene Kartoffel irgendwie freute. Ich hatte mich auf Salat und Brötchen eingestellt.

Spannend war, daß meine zwei vegetarischen Koleginnen, sich ohne weiteres über den Kartoffelsalat hermachten, sich auch beide beschwerten, er würde zu stark nach Fleischbrühe schmecken, aber ihn dennoch aßen.

Auf die Frage, ob ich den Kartoffelsalat wegen der Fleischbrühe nicht esse erwiderte ich nur ein schlichtes: Ja!

Daß ich keinen Kräuterquark auf dem Teller hatte fiel einer der beiden auch auf, aber der Zusammenhang, daß ich wohl ganz auf tierisches Verzichten möchte wurde noch nicht hergestellt.
Mal sehen wie lange es dauert.
In Ermangelung von Restaurants, in denen ich mittags vegan essen könnte, werde ich künftig die meisten Mittagspausen mit den Kolleginnen in unserem Aufenthaltsraum verbringen. Irgendwann wird es auffallen.

Zwei andere Kollegen wissen bescheid. Mein Schreibtischnachbar und mein früherer Schreibtischnachbar.
Als wir bei einem Mittagessen über vegetarische Ernährung sprachen, hatte ich erwähnt, daß ich mich in der Fastenzeit komplett ohne tierische Produkte ernähren werde und sie sich nicht wundern sollen, wenn ich nicht mehr so oft an ausserhäusigen Mittagessenausflügen teilnehmen werde.

Gratualation wer diesen unspannenden Bericht bis hierher gelesen hat.

Vielleicht wird es an Tag 3 spannender. Da muß zumindest eingekauft und gekocht werden.


Freitag, 15. Februar 2013

1. Tag vegan

Geneigter Leser,

leider gestaltete sich mein erster veganer Tag weit weniger spannend als vielleicht vermutet oder gehofft.
Das könnte durchaus der Tatsache geschuldet sein, daß ich bereits seit rund 2 Wochen versuche meinen Konsum an tierischen Lebensmitteln zu senken und mich auch in dieser Zeit schon Dingen wie pflanzlichen Milchgetränke, Tofu und ähnlichem angenähert habe.
Hafermilch schmeckt mir besser als Reismilch. Räuchertofu schmeckt fast wie Wurst, Soja-Joghurt der richtigen Sorte (ich habe hier den Provamel Joghurt für mich entdeckt) ist ein absolut adäquater Ersatz für sein tierisches Pendant.

Somit begann Tag 1 mit einem klassischen Lisbethschen Büro Frühstück in Form von zerquetschter Banane, ein kleingeschnittener Apfel, ein Löffel Müsli und das alles vermischt mit dem Joghurt.
Wobei eigentlich muß ich noch einen Schritt zurück gehen, denn begonnen hat der Tag mit einem Matcha mit Vanille-Soja-Milch.
Ich frag mich gerade ob das überhaupt wen interessiert, was ich da so zu mir nehme.
Zum einen erfüllen meine Gerichte überhaupt keinen ästhetischen Anspruch, was die Optik betrifft. Da lohnt sich das Fotografieren kaum.
Und ohne Fotos sind Blogs doch relativ trocken.
Zum anderen, fehlt mir leider unter der Woche die Zeit irgendwelche spektakulären Gerichte zu kochen und vorzubereiten.
Vielleicht gibt es ja noch mehr busy Business Vegans, die an Improvisation interessiert sind.

Und improvisieren mußte ich gleich gestern, denn die beiden Sandwiches mit zusätlich kleingeschnittenem Snackgemüse reichte leider überhaupt nicht für zwei weitere Mahlzeiten.
Was dazu führte, daß ich nach meinem Mittagessen noch hungrig war und im Verlauf des nachmittags das zweite Sandwich auch noch verspeiste.

Und da saß ich nun. Direkt im Anschluß an die Arbeit wartete die Abendschule auf mich.
Also mußte ein veganer Snack gefunden werden.
Als Notlösung gab es Karottensalat aus dem Aldi und ein Vollkornbrötchen.
War nicht Bio, aber Bio steht auch nicht auf meiner Quest Liste.

Und ob der Karottensalat vegan war, darüber könnte man nun diskutieren. Denn er enthielt Brantweinessig. Und der ernsthafte Veganer würde wohl keinen Essig konsumieren, bei dem auch nur die geringste Gefahr besteht, daß dieser vielleicht mal mit Gelatine in Kontakt gekommen ist.

Aber da ich versuche das ganze für mich lebbar zu gestalten ist das die Sorte Grauzone, mit der ich im Moment gut leben kann.

Wie schon angekündigt, leider ein unspektakulärer Tag.

Dafür hat der heutige Tag das Potenzial spannend zu werden.
Denn heute abend findet hier die Geburtstagsfeier unseres Geschäftsführers statt. So eine Art freiwillige Pflichtveranstaltung. *luftsprung*
Ich habe keine Ahnung was es zu essen geben wird.
Aber es gibt zumindest auch zwei weitere Vegetarierinnen in der Firma und wir hoffen auf Salat und Brötchen. Ich bin sehr gespannt.
 

Dienstag, 12. Februar 2013

Furcht!


Füttert man eine Suchmaschine mit dem Wort VEGAN und schaltet auf die Suche nach Bildern, bekommt man sehr viele Logos verschiedener Organisationen angeboten, meist in ansprechendem Grün oder die Cover von Büchern, die das Thema behandeln.
Gleicher Versuch mit dem Wort VEGETARISCH führt zu einer nicht enden wollenden Anzeige leckerst aussehender, bunter Gerichte.
Nur ganz vereinzelt ein Cover oder ein Logo.

Was lässt sich ohne weitere empirische Studien daraus ableiten?
Ist VEGETARISMUS ein Ernährungsthema und VEGANISMUS eine politische Ansicht?
Es hat ganz den Eindruck.
Da suggeriert einem doch schon der Kontext in dem diese Begriffe in unser World Wide Web eingebettet sind, daß es beim Veganismus nicht primär um Genuß und Gesundheit geht, sondern um eine viel größere Sache.
Dem kann ich, soweit ich es als (noch) Aussenstehender beurteilen kann, absolut zustimmen.

Aber mal ehrlich, sind wir nicht alle ein klein wenig hedonistisch veranlagt und haben wir das Streben nach der Maximierung unseres Genusses nicht bereits mit den Muttermilch zu uns genommen.
Da fällt es vielen erst mal schwer auszuloten, auf wieviel Bequemlichkeit, Komfort und vermeindlichen Genuß man bereit ist zu verzichten, wenn einen die Erkenntnis, dass in unserer Welt irgendwas ganz massiv falsch läuft, erst mal gepackt hat.

Das bringt mich zum Titel meines ersten Blog-Eintrages der zugegebenermaßen nicht sonderlichen einladend wirkt auf den ersten Blick.

Aber Furcht ist genau das Gefühl, dass sicherlich die meisten im Laufe der Zeit verspürt haben, die sich auf den Weg der fleischfreien Ernährung und aller weiteren Schritte begeben haben. Die Furcht auf so viele leckere Dinge ein Leben lang zu verzichten, die Furcht dann doch wieder Fleisch zu essen, obwohl man weiß, dass es sich dabei um fühlende Wesen handelt. Die Furcht, wie das Umfeld reagiert, der Partner, die Eltern, die Kollegen, die Nachbarn, der Metzger.

Aber neuerdings gibt es ja die Alicia Silverstones und Attila Hildmanns, die uns genau diese Furcht nehmen wollen. Und uns zeigen wollen, daß vegane Lebensweise eine Bereicherung darstellt und keineswegs ein Leben in Verzicht und Askese bedeutet.
Ja, ich hab den "Hildmann" hier liegen, und ja er war die Inspiration mich für einen zeitlich begrenzten Rahmen auf ein veganes Experiment einzulassen, wie es im Moment halb Deutschland tut.

Drum Augen zu (oder lieber Augen auf!) und durch!

Sonntag, 10. Februar 2013

Was ist ein veganthropoligscher Blog?

Veganthropologie ist ein Kofferwort. So nennt man Wörter, die sich aus zwei verschiedenen Wörtern zusammen setzen.
Wir haben hier VEGAN und ANTHROPOLOGIE!

Vegan bzw. Veganismus bezeichnet ist eine Einstellung, Lebensweise und Ernährungsweise, die eine Nutzung von Tieren und tierischen Produkten ablehnt.(Quelle Wikipedia: Vegan).

Anthropologie ist die Lehre oder Wissenschaft vom Menschen. Nicht zu verwechseln mit Anthroposophie. Das wäre diese Rudolf Steiner, Waldorf-Schulen, Namen-Tanz Geschichte.
Um dies soll es hier nicht gehen.
Auch wenn sich diese beiden Themen sicher häufiger begegnen, als die von mir gewählten Begriffe.

Was soll Veganthropologie nun bedeuten? 
Ich gebe zu, es ist schwer auszusprechen und ich stolper auch noch hin und wieder, aber es ist ein Wort, daß so meiner Meinung nach eine legitime Existenz hat und dass man bei Google noch nicht finden kann. Zumindest konnte man es gestern noch nicht, als ich meine Wortschöpfung eintippte.
Und die Bedeutung ist einfach: ich möchte die vegane Lebensweise betrachten und ihre Auswirkungen auf die Menschen. Auf Menschen, die selbst diesen Weg eingeschlagen haben und auch auf deren Umfeld.
Wie läßt sich das besser durchführen als im Selbstversucht. Deshalb auch die 33 Tage Quest.

Vorab: ich bin kein Veganer! Aber ich finde Veganer toll und ich freue mich über die vegane Welle, die im Moment um sich greift.

Aber: ich bin auf einem vegetarisch/flexiganen Weg, auf dem ich versuchen möchte mich diesen Veränderungen zu stellen, sie zu betrachten und zu hinterfragen und in den Kontext der Mitmenschen zu stellen.

Und deshalb der veganthropologische Blog!