Dienstag, 8. April 2014

Neue Spezies entdeckt - der Perfektoganer

Immer wieder stoße ich in den unendlichen Weiten des Netzes auf Vertreter der Spezies Perfektoganer.

Was sind Perfektoganer?

Perfektoganer sind Menschen, die gefühlt schon vegan zur Welt kamen oder zumindest auf ihrem Weg zum Veganer nie auch nur einen einzigen Fehler gemacht haben.
In diesem selbstherrlichen Bewusstsein ziehen sie missionierend durch die virtuellen Lande (wahrscheinlich auch durch die realen) um jeden, der sich auch dem Weg zum Veganismus befindet permanent ungefragt auf vermeindliche Fehler hinzuweisen.
Das kann von durchaus berechtigten Hinweisen auf tierische Bestandteile in Zutatenlisten in rauem Tonfall ("Arachidyl Proprionate sind aber fei nicht vegan, das weiß doch jedes Kind.") bis hin zu Bemerkungen zu nicht veganen Elementen im Herstellungprozess oder der Wertschöpfungskette eines Nahrungsmittels oder Gegenstandes sein, der für alle Menschen, die nicht zufällig nebenberuflich einer Tätigkeit als Spion oder Detektiv nachgehen, nur schwer ausfindig zu machen sein dürften ("Die Großtante des Geschäftsführers trägt im Winter Ugg Boots aus Leder. Ich möchte solche Konzerne nicht unterstützen.")


Diese Sorte Mensch macht es besonders veganen Einsteigern nicht unbedingt leicht, sich in der veganen Welt zurecht zu finden, da diesen permanent suggeriert wird, dass sie ihr Seelenheil auf´s Spiel setzen, wenn sie nicht von jedem Produkt das sie kaufen sowohl die Inhaltsstoffe als auch die Lebensläufe aller an der Produktion beteiligter Menschen auswendig kennen.
Liebe Perfektoganer! Ich finde es toll wie ihr lebt. Ehrlich! Keine Ironie! Wie ihr bis in letzter Konsequenz eure Ideale und Ziele verfolgt. Wie kein Kosmetikfläschchen mehr in euren Bädern steht auf dem noch Unilever oder Procter&Gamble Logos zu sehen sind.
Euer Bio-Obst wurde selbstverständlich gar nicht gedüngt, denn sowohl künstlicher Dünger, als auch Dünger aus tierischen Hinterlassenschaften kommt für euch nicht in Frage.
Hätten wir nur Perfektoganer auf diesem Planeten, dann wäre dieser Planet perfekt. Keinem Lebewesen würde von Menschenhand Leid zugefügt, die Umweltprobleme hätten wir schneller im Griff und es gäbe vielleicht eine Zukunft für die Menschheit.
Leider ist die Welt aber nicht perfekt. Und eure manchmal sehr rechthaberischen Allüren helfen Menschen, die die Welt verbessern wollen nur manchmal. Oft verschrecken sie eher.
Wer frei von Sünde ist werfe den ersten Stein. Und wärt ihr wirklich frei von Sünde hätte keiner von euch das Bedürfnis mit Steinen zu werfen. Denn die, die ihr damit trefft sind auch Lebewesen!





Kein Nestlé Produkt mehr im Küchenschrank.

Bei Shell tankt ihr schon seit Brent Spar in den 90ern nicht mehr, bzw. fahrt ihr sicher eh nur Fahrrad und euer Sattel ist aus Kunstleder.
Eure Kleidung ist nur von fair bezahlten Menschen gefertigt, ohne umweltschädliche Stoffe gefärbt (oder gänzlich ungefärbt) und ihr seid vom Scheitel bis zur Sohle moralisch und ethisch korrekt gekleidet.

Wahrscheinlich esst ihr nur selbst angebautes. Das ihr selbst verarbeitet. Und das ist wirklich toll!



Getreu dem Motto "Wenn ich es nicht perfekt machen kann, mache ich es lieber gar nicht." möchte ich nicht wissen wie viele sich vom Thema vegane Lebensweise schon wieder abgewendet haben, nachdem ihnen um die Ohren geknallt wurde, dass sie Mainstream-Attila-Hildmann-Jünger sind, die nur seine Gier und seinen Porsche mit Lederausstattung unterstützen, als sie es gewagt hatten in einem Forum oder auf Facebook um ein paar Tips zu bitten.



Freitag, 6. Dezember 2013

Und weiter geht´s

Ich gebe es zu, ich wollte den Blog eigentlich sterben lassen.
Zu wenig Zeit.
Zu wenig Interessantes zu berichten.

Aber irgendwie hab ich ihn gerade mal wieder aufgerufen und es hat mich in den Fingern gejuckt zu schreiben.


Heute Abend steht die Betriebsweihnachtsfeier an.Todesmutig gab ich bei der Frage ob ich normales oder vegetarisches Essen möchte "Ich esse vegan!" als Antwort.

Oh je! Vegan?! 
Aber was geht denn da überhaupt und hin und her.
Ich habe alles in meiner Macht stehende getan.Ich habe dem Koch des Restaurants (das Restaurant führt die Frau meines Chefs) ein veganes Kochbuch bringen lassen (Moschinskis Vegan für alle), ich habe angeboten sämtliche Fragen zu beantworten. 
Aber die Resonanz war schwach.
Mir wurde dann irgendwann der Vorschlag "In Olivenöl gebratener Tofu mit Gemüse" unterbreitet.
Ich habe angenommen! Bin aber sehr skeptisch, was das nachher für ein Erlebnis sein wird.Herr im Himmel, lass sie diesen Tofu mariniert haben und nicht einen Klotz Naturtofu in Olivenöl (das wird doch gar nicht heiß genug) angebraten haben.

Ich erwarte das schlimmste und freue mich über alles.

Oh und am allermeisten freue ich mich auf die zugehörigen Tischdiskussionen.Ich werde berichten was mir widerfuhr.
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Donnerstag, 16. Mai 2013

Ich möchte aber jetzt darüber diskutieren!

"Ich möchte aber jetzt darüber diskutieren." war die Antwort, die mir ein Kollege, dummdämlich grinsend auf meine Bitte gab, ob wir es vielleicht unterlassen können, jedes Mal beim Mittagessen über Sinn und Unsinn von vegetarischer und veganer Ernährung zu diskutieren.
Wobei, wäre mit ihm eine vernünftige Diskussion möglich, würde ich mich vielleicht sogar beim Essen darauf einlassen. 
Aber mein Kollege, nennen wir ihn mal Daniel, gehört zu jener unverbesserlichen Sorte Höhlenmensch, denen mit vernünftigen Argumenten nicht beizukommen ist.

Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass Daniel letztes Jahr eine Woche krank geschrieben war, weil er eines morgens aufwachte und einer seiner Zehen riesengroß geschwollen war und schmerzte.
Was er zuerst für eine äusserliche Verletzung hielt, die er sich aber nicht erklären konnte, stellte sich als sein erster Gichtanfall heraus.
Daniel ist 28 Jahre alt!
Ja, er ist wohl erblich vorbelastet und es gibt Erkrankungen in der Familie, aber Daniel isst ungefähr 7 mal pro Woche Fleisch, wobei wenn man mittags und abends getrennt rechnet sicher noch öfter und trinkt regelmäßig Alkohol bis zum Filmriß.

Man sollte glauben, dass solch eine Diagnose und ein Krankheitsausbruch dazu führen könnte, dass  jemand seine Trink- und Ernährungsgewohnheiten mal überdenkt.
Fehlanzeige!
Es gibt Tabletten, die er einnehmen kann, und nun kann er weiter Fleisch essen und Alkohol trinken.
Er gehört auch zu der Fraktion, die einem erzählen, dass sie ihr Fleisch nur vom Metzger des Vertrauens kaufen, während sie sich ein Stück Pizza Prosciutto beim Italiener um die Ecke zwischen die Zähne schieben.
Ja ne is klar! 

Nun waren ich gestern mal wieder mit Kollegen Mittagessen. Und prompt kam das Gespräch wieder auf´s Thema "ich kann nicht verstehen, warum man keine Eier essen sollte, bla bla bla..."
Die Fakten kennt er, die hab ich ihm schon oft genug sachlich dargelegt. Aber irgendwie scheint sein Fleischkonsum auf´s Hirn zu schlagen, denn die selbe Leier geht immer wieder von vorne los.
Und Argumentation ist ist wirklich verschwendete Spucke.

Als also meine Bitte, ob wir vielleicht einmal dieses Thema beim Essen bleiben lassen können kam, und seine pubertäre Antwort drauf kam, hatte ich ernsthaft Mühe ruhig zu bleiben.
Da bekam ich unerwartet Schützenhilfe von einem Kollegen mit dem ich das Büro teile. 
Er versuchte einfach elegant, penetrant das Thema zu wechseln was zum Glück auf gelang, da ich gleich darauf einsteigen konnte.

Meinem Naturell entsprechend brauten sich düstere Gedanken zusammen, wie ich meinen Kollegen Daniel quälen könnte um mich für diese ständigen Provokationen zu rächen.
Doch auf einmal kam mir eine bessere Idee.
Ich werde den Kollegen, der mir zur Seite stand, und zwei weitere Kollegen, die sehr entspannt und interessiert mit dem Thema vegane Ernährung umgehen, obwohl sie es sich für sich selbst nicht vorstellen können, vegan bekochen.

Ich habe sie die Mittagspause nächste Woche Dienstag eingeladen und werde in unserer Büroküche Thai-Curry für sie kochen.

Sie haben sich sehr über die Einladung gefreut und sind schon gespannt auf das Essen.

Daniel ist selbstverständlich nicht eingeladen. Das wäre Perlen vor die Säue geworfen. Zumal ich mir während des ganzen Essens wohl anhören dürfte, dass das Fleisch darin fehlt.
Kein Bedarf!

Und vielleicht, schaffe ich es diesmal sogar Fotos zu machen.

Freitag, 3. Mai 2013

Menschen kommen, Menschen gehen!

Lange war es ruhig hier im vegantropologischen Blog.
Das hat einen unerfreulichen Grund.

Denn um es in einfache Worte zu fassen: eine gute Freundschaft ist auf Grund der Änderung meiner neuen Lebensweise zerbrochen.

Normalerweise würde ich sagen, dass sind private Dinge, die eigentlich keinen was angehen, aber genau um solche Begegnungen geht es bei diesem Blog, darum möchte ich ein klein wenig darüber erzählen.

Begonnen hat das Drama mit dem Hinweis dieser Person, wie glücklich ich mich doch schätzen könne, dass mein Freund toleriere, dass ich vegan lebe. Für diese Person sei es unvorstellbar mit einer veganen Person zusammen zu leben, da sie dies als ständigen Vorwuf erleben würde und so nicht glücklich leben könne.

Um diese Aussage drehte sich im Prinzip der ganze Konflikt:

Veganer sind ein wandelnder Vorwurf  für alle Menschen, die nicht vegan leben.

Wow!

Also es gibt offensichtlich Menschen, die meine Nähe nach dem Wandel zur Veganerin nur schwer aushalten können, weil sie mir einerseits unterstellen, ich würde es verabscheuen, wenn Menschen in meiner Gegenwart Fleisch essen und ihr eigenes schlechtes Gewissen nicht aushalten, weil sie ganz genau wissen unter welchen Bedingungen ihr Essen auf den Teller gelangt.

Muss man sich als Veganer wirklich rechtfertigen, weil man das richtige tut?
Ich sage NEIN!

Was um alles in der Welt geht mich also das Gewissen der anderen an. Ich handle nach meinem Gewissen und das ist für mich der einzig richtige Weg.
Alle die ein Problem damit haben, sollten mal ganz lang darüber nachdenken, warum sie ihren Frust und ihre Wut auf Veganer projizieren.

So, die Freundschaft ist entrümpelt, wenn sie denn je eine war.
Menschliche Beziehungen brauchen manchmal Prüfsteine. Und dies war so einer.
Was will ich mit einer vermeindlichen Freundin, die erwartet, dass ich mich in meinem Leben nicht weiter entwickele nur damit sie sich in meiner Gegenwart wohl fühlen kann.

Manchmal muss man Prioritäten setzen und auch wenn es hart und herzlos klingen mag, es fiel mir nicht sehr schwer hier die Priorität zu setzen und mich zu entscheiden.

Dienstag, 19. März 2013

Chili sin Carne auf Basis roter Linsen

Heute gibt es mal wieder ein Rezept.
Fotos gibt es vielleicht am Wochenende, sollte dieses köstliche Chili es mal wieder auf den Speiseplan schaffen.

Die Menge ist für zwei bis drei Portionen ausgelegt, je nach Esser.

CHILI SIN CARNE AUF BASIS ROTER LINSEN

200 g rote (!) Linsen
1 Dose schwarze kleine Bohnen in Chilisoße (die sollten aus der Dose sein, weil die Soße in der sie eingelegt sind zum Geschmack beiträgt, gestest wurden Fuego und "la Doria")
1 Dose geschälte und gewürfelte Tomaten
1 kleine Dose Mais
1 kleine Zwiebel
1 Karotte
1 Stück Sellerie (wer ihn mag, sollte die Größe der Karotte in etwa haben)
1 Chili-Schote (je nach Geschmack und gewünschtem Schärfegrad)
1 Knoblauchzehe
Kreuzkümmel
Zimt
Kakaopulver (kein Kaba oder sonstiges gesüsstes Zeug)
Gemüsebrühe
Olivenöl
Rotwein (optional, geht auch gut nur mit Brühe)

Vorbereitung:
Zwiebel klein würfeln.

Karotte klein würfeln, Sellerie klein würfeln (darf ein bisschen größer sein als die Karotte, weil er schneller weich wird), Knoblauch fein hacken, Chilischote klein schneiden, Dosen alle öffnen und schön hinstellen.
Brühe aufsetzen. Ich mache meist 0,5 - 0,75 Liter.
Die Linsen mit kalten Wasser abbrausen und bereitstellen.

Wenn alles schön vorbereitet ist, teste ich meist einen Schluck von dem Rotwein, ob der zum Kochen überhaupt taugt.

1-2 EL Ölivenöl in einen Topf (oder eine sehr große Pfanne mit hohem Rand) geben und darin die Zwiebeln, Karotten und den Sellerie anschwitzen bis sich schöne Röstaromen gebildet haben.
Den Knoblauch dazu geben.
Die Dose mit den Tomaten reingeben.
Die Bohnen dazu geben.
Den Mais dazu geben.
Die Linsen dazu geben.
Die kleingeschnittene Chilischote dazu geben.
Mit der Brühe ordentlich auffüllen (ich kippe meist 2/3 der Flüssigkeit rein).
Das darf ruhig ordentlich schwimmen, die Linsen müssen ja noch jede Menge Flüssigkeit aufnehmen.
Dann darf ca. ein halber Teelöffel Kreuzkümmel dazu. Vorsicht! Mag nicht jeder, lieber erst mal weniger nehmen, falls man kein Kreuzkümmel-Fan ist.
Nun fügen wir einen Hauch Zimt hinzu.
1-2 Esslöffel Kakaopulver dazu geben.
Während der Zeit blubbert das alles schön vor sich hin auf kleiner bis mittlerer Stufe.

Spätestens jetzt, wenn alle Zutaten drin sin, wird es Zeit für einen weiteren Schluck Rotwein, denn nun brauchen wir ein wenig Geduld.

Je nach den Linsen, wird das Gericht nun ca. 30 bis 45 Minuten brauchen. Die Linsen dürfen richtig schön zerfallen, die brauchen nicht mehr fest zu sein.

Während dieser Zeit solltet ihr immer wieder mal einen Blick auf´s Chili werfen und ggf. Flüssigkeit nachfüllen (Brühe oder Rotwein), falls verkocht. Es sollte erst gegen Ende der Kochzeit richtig dickflüssig werden, sonst haben die Linsen zu wenig Flüssigkeit zum quellen.
ACHTUNG: wie bei meiner Bolognese versuche ich hier in der ersten Hälfte der Kochzeit das Abschmecken zu vermeiden, da sich ganz viel Geschmack erst gegen Ende der Kochzeit richtig gut entfaltet.
Hier fange ich also an, wenn ich sehe, daß die Linsen langsam zerfallen, abzuschmecken.
Salz braucht es eigentlich nie, manchmal geb ich schon Schärfe dazu in Form von Chilis, Chili-Flocken, Tabasco oder Jalapeno-Red Pepper Sauce.

Ihr könnt hier sehr viel variieren und ausprobieren. Solange das Grundrezept einigermaßen steht, könnt ihr nicht viel falsch machen.

Ihr könnt das Gemüse auch mit dem Rotwein ablöschen oder mit Brühe. Da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.
Ich hatte auch schon Kartoffelstücke mitgekocht. Sehr lecker.


Wenn das Chili dann euren Vorstellungen entspricht, könnt ihr es entweder in Tortilla-Fladen geben (früher wurden die bei uns dann mit Käse überbacken, hier könnte ich mal Hefeschmelz testen), aus der Schüssel mit einem Stück Brot essen.
Bei uns wurde früher noch ein Kleks Créme Fraiche drauf gegeben um die Schärfe zu mildern. Hier fehlt mir noch ein veganer Ersatz.


Viel Spaß beim Nachkochen.

Mittwoch, 13. März 2013

Wo ist die Quest geblieben?

Ja, das ist mal eine gute Frage!
Wo ist die Quest geblieben? Die Ziele?

Eigentlich ist die Quest vom zeitlichen Rahmen noch gar nicht vorbei. Heute ist glaub Tag 28.

Aber ich beende an diese Stelle das Experiment. Aus dem ganz einfachen Grund: was ich erfahren wollte habe ich erfahren. Nämlich was nicht geklappt hat und was funktioniert hat.

33 Tage ohne 

- Fleisch
- Milch/Milchprodukte
- Ei
- Honig
- Industriezucker - Teilerfolg, ich habe mit Rohrohrzucker gebacken und Industriezucker weitestgehend gemieden

33 Tage mit weniger

- Weißmehl/Weißmehlprodukte (ist eine Vollkornvariante ohne Weizen verfügbar, bekommt diese immer den Vorzug) 

FAIL! Ich konnte meinen leckeren Bioland-Bäcker-Brezeln nicht wiederstehen. Wenn es Vollkorn gab, nahm ich Vollkorn, aber wenn es keine gab, nahm ich statt eines anderen Vollkornproduktes die normale Brezel! Auch bei Nudeln wurde ich schwach. Spaghetti! Ein Laster braucht der Mensch!
 

33 Tage mit mehr

- Sport (Minimum 3 mal pro Woche 1 Stunde zusätzlich zu den fünf Tibetern jeden Morgen) 


Teilerfolg. Ja, definitiv 3 mal und öfter pro Woche Sport getrieben, aber bei den fünf Tibetern hab ich manchmal schleifen lassen, wenn meine morgendliche Aufstehroutine durcheinander geraten war. Mal überdenken, ob das was für eine Abendroutine wäre.

FAZIT: 

Der Verzicht auf Milch/Eier/Honig fiel wesentlich leichter als gedacht und ging nach anfänglicher Planungsblockade schnell in Fleisch und Blut über (ha ha!). 
Ja, manchmal hätte ich Lust auf Käse! Aber ich überlebe es bestens ohne. 
Eier fehlen mir seltsamerweise gar nicht und Honig wird bestens durch Agavendicksaft ersetzt.
Milch als Getränk oder für Müsli und Co. wird durch Mandelmilch, Hafermilch, Soja-Vanille oder Soja-Schokomilch ersetzt.
Auch hier hätte ich geglaub, daß der Verzicht schwerer fällt.

Weizen/Weißmehl. Vor einem halben Jahr schwebte das Damoklesschwert einer vermuteten Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) über mir.
Als ich dann das erlösende Ergebnis bekam, daß sich diese Vermutung nicht bestätigt hatte, war ich der glücklichste Mensch der Welt, weil ich all diese tollen Weizenprodukte essen darf!
Vielleicht fällt es mir deshalb so schwer hier zu verzichten.
Ich hatte mich schon mit dem Gedanken abgefunden mein Leben lang keine Brezel und keine normalen Nudeln mehr zu essen. Und das war viel schlimmer als der Verzicht auf Tierisches.

Und was leite ich für mich daraus ab?

Ich werde versuchen meine Ernährung weiterhin weitestgehend vegan zu gestalten. Ich möchte mir selbst aber die Hintertür offen lassen, mir Ausnahmen zu genehmigen, wenn es der Job oder ein Familienfest mit sich bringt.
Ob ich diese Hintertürchen dann auch nutze, weiß ich noch nicht.

Zur Belohnung habe ich mir dann gestern noch ein veganes Kochbuch bestellt.

Vegan lecker lecker: raffinierte Köstlichkeiten der veganen Cuisine

Somit muß ich sagen, auch wenn nur ein kleiner Teil erfüllt wurde, war dies doch für mich der wichtigste Teil und der, der mir wirklich am Herzen lag.
Somit bin ich sehr glücklich über das kleine Experiment und dessen Ausgang.


 
 

Donnerstag, 7. März 2013

Meine lieben Kollegen

Dies ist ja ein vegantropologischer Blog.
Bisher habe ich aber der antropologischen Sicht des veganen Themas noch relativ wenig Zeit gewidmet.

Nun möchte ich mal in lockerem Plauderton davon berichten, wie mein direktes Umfeld bisher auf meine veganen Bestrebungen reagiert hat.

An erster Stelle mein Lieblingsmensch, der all meine Experimente und Veränderungen erträgt und sogar fast immer bereit ist meine neu kreiierten Gerichte zu kosten.
Und der mir auch immer ehrliches Feedback von "lecker" (meine Spaghetti Smokey mit Räuchertofu und Hafersahne) bis "ungenießbar" (meine mißglückten Schokomuffins) gibt.
Er läßt mich schalten und walten, versuchen und ausprobieren, solange seine Nahrung, die doch einiges an fleischigen Bestandteilen enthält mit meinem Tofu im Kühlschrank koexistieren darf. Und so liegt bei uns die Salami neben dem Räuchertofu. Die Vanille-Soja-Milch steht neben der Kuhmilch. Der vegetarische Brotaufstrich neben dem Frischkäse. Die Alsan steht auf der Butter.

Die nächste Menschengruppe, mit der ich mich am meisten in Kontakt befinde sind meine Kollegen.

Die Jungs 
Mein erstes "Coming-Out" hatte ich bei einem auswärtigen Mittgessen mit meinem Schreibtischnachbar und meinem ehemaligen Schreibtischnachbarn.
Beide haben erstaunlich lässig und interessiert reagiert. Es kam ein gutes Gespräch zu dem Thema vegetarisch/vegane Ernährung zustande.
Und der Austausch hält auch bis heute an. Als mir gestern nach der Mittagspause ein Ü-Ei angeboten wurde, das ich dankend ablehnte, fiel dem Kollegen auch gleich ein "ach stimmt, da ist ja Milch drin. Da denkt man gar nicht dran, wo überall tierisches drin ist." Aber ohne jegliche Abwertung oder sonstiges.
Das ist umso erstaunlicher wenn man den sonstigen Umgangston kennt, der in unseren Büros herrscht.
Ich nenne es mal einen "augenzwinkernden Baustellen-Ghetto-Slang". 
Vielleicht kann ich irgendann mal einen heimlichen Ton-Mitschnitt machen, wenn wir am Tischkicker sind. Kein Mensch, der das je gehört hat, würde glauben, daß es sich um erwachsene, zivilisierte Menschen handelt. 

Die Mädels
Dann gibt es noch eine Gruppe von Kolleginnen (drei an der Zahl) mit denen ich häufiger mal die Mittagspause verbringe. Eine ist Vegetarierin, eine Pescetarierin und eine ißt alles.
Interessanterweise haben die Damen wesentlich skeptischer reagiert als meine männlichen Kollegen. Da kamen auch weniger Fragen nach den Gründen oder dem ethischen Aspekt, sondern da ging es eher in das klassisch, mitleidige "Was isst du dann überhaupt noch? Was legst du dir auf dein Brot?"
Auch nach einer langen Aufzählung von Speisalternativen, blieb die Skepsis bei der Omnivorin und der Pescetarierin deutlich spürbar.
Lediglich mit meiner vegetarischen Kollegin konnte ich mich noch wunderbar über verschiedene Tofu-Geschichten, Quinoa und Amaranth, Soja-Milch und weiteres austauschen.

Eine weitere Kollegin, der ich beim gemeinsamen Mittagessen davon berichtete, weshalb ich neulich ihre selbstgebackenen Muffins verschmäht habe, reagierte interessiert und es entwickelte sich ein guten Gespräch über alle möglichen Ernährungsformen. 

Spannend!

Hätte ich vorher raten müssen, hätte ich mit genau umgekehrten Verhalten gerechnet.
Die Jungs haben ein aufrichtigeres Interesse. Man merkt, dass sie über diese Themen nachdenken, denn es kommen immer wieder fragen á la "aber wenn jetzt dein Nachbar Hühner hätte, denen es blendend geht und wo keines leiden muß, würdest du dann.... ".

Ich finde das besonders spannend, da mich diese Fragen ja auch immer wieder dazu bringen mich selbst zu hinterfragen und meine Grenzen zu eruieren.

Wobei dies ja nur eine kleine Auswahl an Testkandidaten war, die noch kein repräsentatives, allgemeingültiges Fazit zulassen.

 Die Reaktion der Mädels hat mir ein wenig Aufschwung gegeben um mir wieder mehr Mühe bei der Vorbereitung meines Mittagessens zu geben. Ich will schließlich zeigen, dass vegan lecker und hübsch sein kann!

Aussderdem möchte ich mit euch noch etwas teilen. Einen von mir sehr geschätzten Künstler: Hagen Rether  
Grandios! Ich durfte ihn schon zweimal live sehen.
Er findet mal wieder wunderbare Worte für die seltsame Welt in der wir leben, hinterlegt mit zarter Klaviermusik.


Viel spaß und frohes Nachdenken!